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Monthly Reflection by
Fr. Augustine Vallooran VC

"Hallowed be Thy name"(Lk 11:2) - Fr. Augustine Vallooran VC

Prayer of the Month

Monthly Reflections

„Wir werden auch mit ihm leben"(Röm. 6,8) - Von P. Augustine Vallooran VC

Gegensätze beherrschen unser Leben. Scheitern und Erfolg, Vergnügen und Schmerz, Qual und Verzückung wirbeln uns hin und her. Das Leben erscheint wie ein Straucheln, um ein Gleichgewicht zwischen sonnigen Tagen und dunklen Nächten, großen Hoffnungen und einsamen Frustrationen, sündhaften Zwängen und heiligem Verlangen, zu finden. Doch nun bleibt diese große Frage: Sind wir für immer zu diesen gegensätzlichen Zielen verdammt? Gibt es am Ende des Tunnels ein Licht?

Die Botschaft des Evangeliums ist sehr deutlich. Durch diese Schwingungen arbeitet der Heilige Geist in uns. Das Leiden war immer ein wesentlicher Bestandteil unseres irdischen Daseins. Doch der Unterschied ist nun, dass wir durch das Geschehen auf Kalvaria alle in den rettenden Schatten des Kreuzes gebracht worden sind. Tatsächlich ist es das Schema des Todes und der Auferstehung, das sich in unserem Leben auswirkt. Die große Hoffnung dieser Rettung manifestiert sich eindeutig im Pascha- Mysterium Jesu. Jesus hatte diese drei Ereignisse prophezeit: Das nahe bevorstehende Leiden und den Tod, und er schloss damit, dass er in die Herrlichkeit erhoben werden wird. „ Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen“ (Mt. 16,21).

Der Heilige Paulus sagt uns, dass der Heilige Geist diese Rettung in unserem Leben unter Kontrolle hat und sie zu dem gleichen herrlichen Ende führen wird. „ Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt“ (Röm. 8,11). Dies ist das Fundament der christlichen Hoffnung, die uns in jedem Moment unseres Strauchelns inspirieren und stärken soll- eine Hoffnung, die uns in Geduld ausharren lässt, so dass der Heilige Geist sein Werk in uns vollenden kann. In diesem Kontext ermahnte Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Enzyklika alle Christgläubigen, mit Gott geduldig zu sein.

„ Wer jedoch bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Mt. 24,13)

Vielleicht ist es die eine Passage des Evangeliums, die in besonderer Weise hervorhebt, was für eine Geduld es mit Gott braucht. Es handelt sich um die Kanaaniterin, die um Heilung für ihre Tochter bittet (Mt. 15,22-28). Als Jesus sich im heidnischen Gebiet von Tyrus und Sidon aufhielt, kam diese nicht- jüdische Frau zu Jesus und flehte um Erbarmen für ihre Tochter, die krank war. Es wird uns berichtet, dass Jesus sie weder ansah, noch eine Antwort gab. Die Jünger waren über die Kälte des Meisters im Angesicht des menschlichen Elendes erstaunt. Sie kamen, um für ihren Fall einzutreten und baten Jesus, Erbarmen mit ihr zu haben. Doch Jesus antwortete, indem er ihnen zu verstehen gab, dass er nichts mit ihr zu tun hätte, da sie nicht zum auserwählten Volk Israel gehöre, zu denen er gesandt war. Auch diese Antwort muss wiederum für sie sehr befremdlich geklungen haben, da sie mit ihren eigenen Augen gesehen hatten, wie Jesus Mitleid hatte und auch den Heiden diente. Doch die Frau lässt sich nicht davon abhalten, für ihre Tochter um Barmherzigkeit zu flehen. Daraufhin ist die Antwort Jesu geradezu skandalös, denn seine Worte sind sehr rauh. Er sagt: „ Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen“ (Mt. 15,26). Das Wort „ Hunde“ war ein Schimpfwort, das die Juden für die Nicht- Juden benutzten. Das Letzte, was die Menschen von Jesus zu hören erwarteten, war wohl diese Art des Sprachgebrauchs. Gleicherweise ist es auch erstaunlich, dass die Frau weder aufgab, Jesus zu bitten, noch beleidigt über seine Worte war. Sie entgegnete in ihrem Charme: „ Ja, du hast Recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen“ (V. 27). Erst in diesem Moment bekommt der befremdliche Verlauf einen Sinn und erscheint als Heilsplan. Jesus wendet sich ihr zu und sagt: „ Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen“ (V.28).

Dies ist die einzige Stelle, wo Jesus den Glauben einer Person als groß bezeichnet. Doch was ist die Größe des Glaubens dieser Frau? Als ihr offenkundige Gleichgültigkeit und schmerzhafte Ablehnung entgegen schlug, hat sie nicht aufgegeben, den Herrn zu bitten. Sie hatte ein tiefes Vertrauen in Jesus und sein Mitleid. Sie kümmerte sich nicht um ihre Gefühle, sondern um das, was Gott für sie tun konnte.

Wenn wir diese Begebenheit betrachten, dann erkennen wir, wie der Herr ihren Glauben Schritt für Schritt aufbaut, um sie zu einem Vorbild des Glaubens für alle Generationen zu machen. Die Menschen sollten in den ermüdenden Situationen des Lebens nicht verzweifeln, sondern am Glauben und am Gebet festhalten. Wenn wir zu sehr damit beschäftigt sind, eigene Antworten auf die verschiedenen Probleme unseres Lebens zu finden, neigen wir dazu, über die Gleichgültigkeit Gottes und die offensichtliche Ablehnung beleidigt zu sein. Dann klagen wir Gott an oder verleugnen seine Existenz.

Wir mögen behaupten, an Gott zu glauben, doch tatsächlich erwarten wir nicht, dass er in diesen schwierigen Momenten eingreift. Es gibt eine menschliche Arroganz, so dass wir nur unsere Scheuklappen sehen und alles kontrollieren. Wenn wir dann in der Sackgasse unseres Lebens angekommen sind, fallen wir in die Verzweiflung, weil wir bemerken, dass wir aus eigener Kraft keinen Ausweg finden. Dieser praktische Atheismus lässt die Religion für die Menschen irrelevant werden. Wir aber verkümmern wegen des Schweigens Gottes. Tatsächlich offenbart es, dass wir zu sehr von unserem eigenen Denken abhängig sind und zudem die Vorstellung haben, dass Gott sich auf unsere Linie des Begründens herablassen könnte. Wir sind unfähig, auf Gott zu warten oder seinen Willen zu suchen, der in unserem Leben arbeiten möchte. Nur eine vertrauliche Beziehung mit einem liebenden Gott kann uns befähigen, Gottes Wege zu beurteilen. Es war sein Vertrauen, das den Glauben der kanaanäischen Frau groß gemacht hat, einen Glauben, der sie den ganzen Weg getragen hat, um ihren Segen zu empfangen und zum Segen zu werden.

„ Durch Leiden vollendet“ (Hebr. 2,10)

Jesus hat uns gebeten, darum zu beten, dass der Wille des himmlischen Vaters in unserem Leben geschehen möge. Im Hebräerbrief gibt es eine bedeutsame Lehre, wo es darum geht, dass alle Versuchungen, die zu uns kommen, als der disziplinierende Wille unseres himmlischen Vaters anzusehen sind. „ Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, verzage nicht, wenn er dich zurechtweist. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat“ (Hebr. 12,5+6). Die Worte, die hier gebraucht werden sind disziplinieren, zurechtweisen und schlagen, und jedes von ihnen drückt auf intensive Weise die Versuchungen und Probleme aus, durch die wir im Leben gehen. Wie negativ diese Erfahrungen auch immer sind, das Wort Gottes ermutigt uns, in diesem Kontext einer warmen Beziehung zwischen Vater und Sohn auf sie zu schauen. Der Vater liebt den Sohn so sehr, dass er bereit ist, dafür missverstanden zu werden, damit der Sohn zu einer Reife und Stärke heranwachsen kann. Man kann fast sagen, dass Gott traditionell als ein strafender Gott repräsentiert wird, der es so genau nimmt, dass er uns für jeden Fehler bestraft und Schmerzen zufügt. Wir beklagen uns oftmals im Angesicht von Leiden, dass Gott Vergeltung sucht, damit die Ordnung der Moral erhalten bleibt.

Doch eines ist klar, egal ob Bestrafung oder Disziplinierung, beide sind gleicherweise schmerzhaft. Nichtsdestotrotz wird die Bestrafung mit einem tödlichen Motiv verteilt, die böse Vergangenheit zurückzuzahlen. Währenddessen hat Disziplinierung ein nobles und hoffnungsvolles Motiv, welches uns für eine großartige Zukunft vorbereitet. Wiederum wird die Bestrafung ungern angenommen, da sie auf die Fehler der Vergangenheit zurückschaut. Doch Disziplin freut sich auf die Krone, die an der Ziellinie wartet. Das Wort Gottes lehrt uns nachdrücklich: „ Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?“ (Hebr. 12,7) Lasst uns nicht bei dem Gedanken bleiben, dass Gott unseren Geist nur deprimieren kann, wenn wir durch Versuchungen gehen. Wir sollen in der Zusicherung verwurzelt sein, dass es kein bestrafender Gott ist, den Jesus uns offenbart hat; sondern ein Vater, der seine Liebe über uns ausgegossen hat, indem er seinen eigenen Sohn hingegeben hat, um sicherzustellen, dass wir nicht verloren sein werden: „ Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh. 3,16).

Diese Offenbarung der Hoffnung in jedem Schatten durchzieht die Seiten des Neuen Testamentes. Der Hl. Jakobus sagt uns: „ Seid voll Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet. Ihr wisst, dass die Prüfung eures Glaubens Ausdauer bewirkt. Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen“ (Jak. 1, 2-4). Er fährt fort damit, dass dieses die Weisheit Gottes ist und wenn es irgendjemand daran mangelt, soll er darum bitten und Gott wird es ihm geben. Besonders wenn der Sturm uns herumwirbelt, können wir alles in Frage stellen und den Blick auf Gott verlieren, aber auch den Sinn und die Schönheit des Lebens. Hier müssen wir auf Gott warten, der uns seine große Weisheit zusichert, damit wir bestehen und die Frucht aus dieser Versuchung empfangen können.

„ Dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut“ (Ps. 119,71)

Das Wort Gottes spricht über den Prozess der Disziplinierung. Es führt aus, dass die Prüfungen unseres Lebens uns zur Ausdauer führen und diese uns bis zur Vollendung und Vervollkommnung unseres Glaubens an Gott formt- ein Glaube, der uns in den Prüfungen triumphieren sieht, die kommen werden. Der Hl. Paulus, der diesen Gedankengang verfolgt, schreibt: „ Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm. 5,3-5). Das Neue Testament entschleiert die mysteriöse Bedeutung Gottes, die hinter jeder Prüfung unseres Lebens steht. Jesus sprach vom Vater als dem Winzer, der mit einem scharfen Messer zum Weinberg kommt, um die Reben zu reinigen (Joh. 15). Es ist kein Akt, der zerstören will, sondern um das Wachstum und das Leben zu fördern. Der Vater weiß, dass die Rebe nicht wild wachsen sollte, da es für sie zu einer Belastung wird. Sie muss beschnitten werden, um Früchte zu bringen. Jesus will uns zu dem Verständnis führen, dass jede schmerzhafte Erfahrung unseres Lebens als ein Beschneiden durch die Hände Gottes erkannt wird, dessen Wunsch ist, dass wir das Ziel des Lebens in Fülle erreichen. Beschneiden dient also nicht dem Tod, sondern dem Wachstum. Jeder Schnitt wird einen weiteren Bund von saftigen Früchten hervorbringen. Schmerzen sind also die Voraussetzung um Früchte zu bringen.

Durch die Prüfungen und Kämpfe unseres Lebens arbeitet der Heilige Geist daran, alles zu unserem Guten zu verwandeln. In jeden Schmerz werden die Samen der Freude gesät. In jedem Fall warten die Samen des Sieges aufzugehen. Die leicht grünen Sprösslinge der Hoffnung öffnen sich bereits in den Momenten der Verzweiflung. Jedes Kreuz eröffnet uns den Weg zur Auferstehung. Da Christus nach der Kreuzigung auf Kalvaria auferweckt wurde, sollte kein Kreuz auf unseren Schultern uns verzweifeln lassen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Herrlichkeit der Auferstehung aufleuchten wird.

Es ist interessant, dass für einen Bauern der Tag der Ernte ein genau so großes Fest ist wie der Tag der Aussaat. Die Samen verschwinden im Schlamm der Erde, wenn sie ausgesät sind, doch dieser Verlust schmerzt den Bauern nicht. Er sieht die Zusicherung der goldenen Ernte. Es ist eine Frage der Zeit, wann die goldenen Garben aufspringen werden, um im Wind zu tanzen. Eine Person, der das Geheimnis von Kreuz und Krone, von Tod und Auferstehung in Jesus Christus offenbar geworden ist, wird dazu fähig sein, Gott auch dann zu preisen, wenn ihr Körper vor Schmerzen brennt und der Geist sich unter Bedrängnissen windet. Der Hl. Paulus gratuliert den Philippern: „ Denn euch wurde die Gnade zuteil, für Christus da zu sein, also nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch seinetwegen zu leiden“ (Phil. 1,29). Um dieses Geheimnis in seinem ganzen Ausmaß zu verstehen, schreibt Papst Benedikt: „ Die Neuheit des Lebens ist durch Ostern hervorgebracht worden. Sie muss überall verbreitet werden, damit die Dornen der Sünde, die das menschliche Herz verwunden, Raum für die neuen Ströme der Gnade schaffen können. Raum für die Gegenwart Gottes und seine Liebe, die über Sünde und Tod triumphiert“.

„ Mit Christus gekreuzigt“ (Gal. 2,20)

Während die Strahlen der Herrlichkeit der Auferstehung den Weg des Kreuzes erleuchten, werden uns zwei tröstliche Erfahrungen angeboten. Als erstes die Versicherung, das jeder Moment des Leidens ein Anteilnehmen am Kreuz Christi ist. Der Hl. Petrus drückt dieses so aus: „ Liebe Brüder, lasst euch durch die Feuersglut, die zu eurer Prüfung über euch gekommen ist, nicht verwirren, als ob euch etwas Ungewöhnliches zustoße. Stattdessen freut euch, dass ihr Anteil an den Leiden Christi habt; denn so könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude jubeln. Wenn ihr wegen des Namens Christi beschimpft werdet, seid ihr selig zu preisen; denn der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch“ (1 Petr. 4,12-14).

Das Wort Gottes sichert uns zu, dass die Herrlichkeit Christi nach der Auferstehung nicht bis zum Ende des Tunnels begrenzt ist, sondern jeden Schritt der Reise erleuchtet. Das Licht des Heiligen Geistes bringt Wärme, Stärke und Leitung zu den Herzen. Deshalb sind diejenigen, die in Schmerzen und Drangsal sind auch fähig, die tröstende und heilende Gegenwart des Gekreuzigten und Auferstandenen Herrn zu spüren. Der tröstliche Gedanke, dass ich nicht allein bin, um die erdrückende Last des Kreuzes zu tragen, sondern am Kreuz des Gekreuzigten Herrn teilhabe, durchflutet unsere Herzen mit großem Trost. Die Einsamkeit, sich in den quälenden Momenten des Schmerzes sogar von Gott abgelehnt zu fühlen, ist die unerträglichste Verzweiflung. Mit Gott an unserer Seite wird jede Last zu einem Licht und bekommt die Würde, sie zu tragen. Daher auch die Einladung Jesu: „ Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht“ (Mt. 11,29+30).

Ein befreundeter Priester teilte mir seine Erfahrung mit, die er in einem bedrängenden Moment seines Lebens gemacht hatte. Er war ein eifriger Missionar, der viele gute Werke tat und von allen Ecken unbeschränkt unterstützt wurde. Doch eines Tages richtete sich jemand gegen ihn, der sich auf eine unbestätigte Aussage berief. Da wurden auch seine Oberen gegen ihn aufgebracht. Er war erschüttert. Er konnte weder beten, noch sich auf seine Verantwortlichkeiten konzentrieren. Die ganze Zeit schmerzte diese eine Frage sein Herz: „ Wie konnten die Oberen, die mich so gut kennen, mir dieses antun?“ Er wurde zu einem geistlichen Wrack. Als er unfähig war, seine pastorale Arbeit weiterhin auszuüben, ging er zu Exerzitien. Auch dort konnte er nicht beten. Doch in einem Moment der Verzweiflung nahm er seine Bibel und öffnete sie, und der erste Vers, der vor seinen Augen erschien, war dieser Aufruf des Herrn: „ Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir.... so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt. 11,29). Es dämmerte ihm, dass er tatsächlich ein schweres Joch trug, das ihn erdrückte und er keinen Frieden oder Ruhe finden konnte. Gott ist unzweifelhaft wahr in seinem Wort, doch die Verheißung erfüllte sich in dieser Stunde der Not nicht. Er war zerbrochen. Er las den Vers noch einmal und es machte ihn betroffen, dass nur denjenigen die Ruhe verheißen wird, die das Joch Jesu tragen: „ Nehmt mein Joch auf euch“. Da wurde ihm bewusst, dass er eine Last auf seinen Schultern trug, die seine Oberen ihm auferlegt hatten. Und er war die ganze Zeit dabei, ihre Motive und Taten in Frage zu stellen. Deshalb war sein Herz nicht offen für die Ruhe, die Jesus ihm anbot. In Reue nahm er das Joch aus den Händen des Herrn an. Die Folge von unglücklichen Geschehnissen konnte er als eine Zulassung annehmen, die ihn zu einer tieferen Erfahrung der Herrlichkeit und des Heiles führen wollte. Unverzüglich war sein Herz von einem himmlischen Trost durchflutet. Er konnte seinen Oberen verzeihen und fühlte sich wieder frei. Er vertraute mir an, dass diese Salbung des Wortes Gottes seine gesamte Einstellung gegenüber Leiden formte.

„ Im Herrn ist eure Mühe nicht vergeblich“ (1 Kor. 15, 58)

Es gibt eine zweite tröstliche Offenbarung des Pascha- Geheimnisses: So wie jedes Leiden unser Anteil am Kreuz Christi ist, erben wir auch den Anteil an der heilbringenden Wirkung des Kreuzes. Das Kreuz Jesu war für ihn vom Vater bestimmt, um die Menschheit zu retten. Wenn wir also erwählt sind, an diesem Kreuz teilzunehmen, so werden wir zu Mit- Rettern mit dem Herrn für diejenigen, die von dem heilbringenden Sieg Christi profitieren. Der Hl. Paulus drückte dieses deutlich aus, als er an die Kolosser schrieb: „ Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol. 1,24). Als der Hl. Paulus sagt, dass etwas fehlt an den Leiden Jesu, setzt er weder voraus, dass Christi sühnender Kreuzestod unbrauchbar war, noch meint er, dass die heilbringende Wirkung des Kreuzes nicht alle erreicht hätte. Paulus selbst fühlte sich in den Momenten des Leidens gerufen, in mystischer Weise mit Christus vereinnt zu sein. So konnte sich der Wille des Vaters, dass alle Männer und Frauen durch Christus gerettet werden, vervollkommnen. Jetzt war es nicht nur durch seine Predigt und seine Dienste, sondern durch seine Leiden, mit denen er den Kolossern diente. Dieses ist eine große Offenbarung, dass unsere Leiden niemals nutzlos sind, sondern einen ewigen Wert besitzen. Wir können durch unsere Leiden zur Rettung unserer Mitmenschen beitragen, wenn wir unsere Zerbrochenheit mit dem Kreuz Jesu aufopfern.

Der Hl. Lukas gibt in der Auferstehungs- Erzählung eine detaillierte Beschreibung von der Reise der zwei Jünger, Kleopas und seinem Begleiter, die von Jerusalem nach Emmaus unterwegs waren (Lk. 24, 13-35). Tatsächlich war es ein Rückzug in die Verzweiflung. Sie waren nach Jerusalem gekommen, um Jesus zu treffen, dem sie ihr Leben mit großen Erwartungen anvertraut hatten. „ Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde“, sagten sie. Doch plötzlich fanden sie sich selbst in das dunkle Tal der Schatten des Kreuzes auf Kalvaria gedrängt. Sie alle hatten ihren Meister aufgegeben. „ Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. .... Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist“. Die Erinnerungen an den schrecklichen Tod ihres Meisters waren noch frisch in ihrem Geist. Sie waren ärgerlich und doch konnten sie nur hilflos vor den ungerechten und grausamen Gestalten der mächtigen Männer stehen. Sie machten ihrer Frustration Luft über ihre eigene Unfähigkeit auch nur den kleinen Finger zu bewegen, um ihn zu verteidigen, auf den sie alle ihre Hoffnung für die Zukunft gesetzt hatten. Kurz gesagt: Sie hatten versagt genauso wie alle um sie herum versagt hatten.

Dieser Abschnitt des Evangeliums zeigt, dass das Thema der Auferstehung Hoffnung weckt. Der Auferstandene Herr erscheint selbst in der elenden Situation und hört ihnen geduldig zu. „ Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen“. Er führte sie zu einem klaren Verständnis vom Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung ohne sie zu verurteilen. „ Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?“ Später brach er das Brot und speiste sie mit sich selbst in der Erfahrung der Heiligen Eucharistie. Nachdem die Last von ihren Herzen gewichen war, brannten sie vor Freude und wurden zu machtvollen Zeugen der Herrlichkeit des Herrn. Dieses ist die Verheißung von Ostern für jeden Jünger Jesu. Seine herrliche Gegenwart wird uns auch in den besonders schmerzhaften und bedrängenden Momenten unseres Lebens begleiten. Wenn wir uns auch vorstellen hilflos und unfähig gegenüber den Wechselfällen des Lebens zu sein, können wir doch bei der Zusicherung bleiben, dass Gott uns nicht aus den Augen verloren hat. Er geht mit uns. Er hat alles in der Hand, da er den Tod und die Dunkelheit überwunden hat.

Gebet:

Herr Jesus, wir preisen dich für deinen Tod und deine Auferstehung. Du hast dein Leben aus Liebe zu uns gegeben. Es gibt nichts, was du uns vorenthalten hast. Doch waren wir in den Momenten des Schmerzes und der Sünde verzweifelt, weil wir uns vorgestellt haben, dass das Leben uns betrogen hätte und du uns verstoßen hättest. Wir haben rebelliert, dass du uns bestrafen solltest. Heute schauen wir auf dich Jesus, der du unschuldig warst. Doch hast du die Strafe, die für uns bestimmt war, auf dich genommen, damit wir in allen unseren Prüfungen gerechtfertigt werden würden. Wir danken dir für die Kreuze unseres Lebens, die uns zu deinem vollkommenen Abbild formen. Durch das Kreuz wissen wir, dass du uns am nächsten bist und unsere Leiden und unser ganzes Leben zu einem Segen machen wirst. Indem wir diesen schwierigen Pfad beschreiten, beten wir, dass dein Geist uns leitet, damit wir deine Stimme hören und dein Angesicht sehen und unsere Herzen vor Freude brennen. Amen.

 
Divine Updates

MAGNIFICAT in Chennai

Divine comes to Chennai with the 'Magnificat', on June 23, 2018. Fr. John Prince VC will lead the services. With special sessions for children.

Venue: Stella Maris College, Cathedral Road

Retreats at the Divine Retreat Centre, Somersby, Sydney

Divine Retreat Centre, Somersby to hold retreats throughout 2017. For bookings, email Fr Roni George, Director - drcsydney@gmail.com. Hurry, as admission is limited.

Date: January 2018 - December, 2018

Retreats in Divine Retreat Centre, UK

Divine Retreat Centre, Ramsgate UK, has announced several English and Malayalam language retreats to be led by Fr. George Panackal VC and Fr. Joseph Edattu VC. All are welcome.

Dates: Jan - Dec, 2018

POWER 2018 at Divine Retreat Centre

DRC is back with the highlight of the year: the 13th International Youth Conference - POWER 2018. The very best international preachers and gospel bands will be here to lead us into worship. Be there to experience a totally different atmosphere of prayer. A Couples' Retreat and a Kids' Retreat will be held simultaneously. Don't miss it.

Date: July 22 - July 27, 2018

Divine Retreat Schedules

ENGLISH RETREATS

English retreats are held every week from Sunday to Friday. Special retreats are conducted for priests, religious and laity as well. Come and experience the Lord and grow in Him.

MALAYALAM RETREATS

Inner healing retreats, growth retreats, couples' retreats and youth retreats in Malayalam, are led by Fr. Mathew Elavumkal, Fr. Mathew Naickomparambil and Fr. Binoy Chackanikunnel.

OTHER LANGUAGES

Retreats in Konkani, Kannada, Tamil, Hindi and Telugu

Every week, retreats are held in five different regional languages of India, apart from in the local language - Malayalam. The retreats are led by Vincentian priests and supported by powerfully anointed laity of God.

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