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Monthly Reflection by
Fr. Augustine Vallooran VC

"Hallowed be Thy name"(Lk 11:2) - Fr. Augustine Vallooran VC

Prayer of the Month

Monthly Reflections

„Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen"(Psalm 91,11) - Von P. Augustine Vallooran VC

Einem  Flüchtling, der vor  dem Zorn seines Bruders flieht, wird in einer Vision ein Weg unter all den verschlossenen Wegen gezeigt. Die Engel steigen auf einer Leiter, die zum Himmel führt, auf und ab. Hier empfängt der Patriarch Jakob die erste Bestätigung von Gott: „ Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land“ (Gen. 28,15). In einer dunklen, kalten Nacht stieg der Himmel zur Erde hinab, als der Engel Gottes den einfachen Hirten die Frohe Botschaft und die große Freude verkündete, die Generationen erwarteten. Durch den Schutz der stillen Nacht vernahmen diese einfachen Sucher die Chöre des Himmels, die das Gloria sangen. Die Melodie des Himmels war bis auf die Erde durchgesickert. Auch die Schrift offenbart in ihren Seiten, dass die Engel, so wie sie die Herrlichkeit des Himmels feiern, auch auf die Erde die Berührung des Himmels bringen. Die christliche Kunst ist reich daran, so dass sie auf die Katholische Tradition der Erzengel und Engel zurückgreifen kann. Aber haben auch wir den milden Hauch ihres Flügelschlages gespürt oder den süßen Kehrvers ihres Lobpreises in unserem täglichen Leben gehört?

„ Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk. 17,21)

Als der Prophet Jesaja seine erste und lebensverändernde Visionserfahrung widergibt, wird uns eine recht lebendige Erklärung des Himmels zuteil. „ Ich sah den Herrn; er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße und mit zwei flogen sie. Sie riefen einander zu:

Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt.

Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf und der Tempel füllte sich mit Rauch“ (Jes. 6,1-4)

Wiederum wird im Buch der Offenbarung der Himmel durch die Scharen der Engel charakterisiert, die Gott lobpreisen. Die Herrlichkeit des Himmels und die Erhabenheit des Thrones Gottes werden durch den Lobpreis und die Anbetung der majestätischen Engel noch verstärkt. Wenn wir weiter durch den Bericht von Jesaja gehen, dann begreifen wir, dass den Engeln von Gott eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation zwischen Gott und dem Menschen zugefallen ist. Als Jesaja seine Unreinheit bekannte und bereute, war es ein Engel, der eine glühende Kohle vom Altar nahm und den Mensch reinigte, so dass er zum Propheten wurde. „Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Schuld getilgt, deine Sünde gesühnt“ (Jes. 6,6-7). Es war in der Gegenwart der Engel, dass Jesaja seine Sendung, für den Herrn zu gehen, entgegennahm. Durch diesen heiligenden Dienst des Engels, waren die Ohren Jesajas geöffnet, den Ruf des Herrn zu vernehmen und sein Herz geöffnet, dem Herrn zu antworten, indem er sich selbst hingab, um als einer der größten Propheten Gottes gesandt zu werden.

Gott kam vom Himmel und nahm menschliche Gestalt an, um die  Menschheit aus dem Tal der Tränen  zu den Höhen des Himmels zu führen. So begann der Messias seine Sendung hier auf der Erde, er verkündete: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe!“ (Mt. 4,17) Dieses bietet einem Jeden, der sich Gott zuwendet, die himmlische Glückseligkeit schon hier auf der Erde. Der Himmel ist nicht mehr an die Visionen der Propheten oder das Leben nach dem Tod gebunden, sondern wird eine Realität im Hier und Jetzt. So wird die himmlische Realität der Engel konsequenterweise Teil unseres täglichen Lebens. Wir beginnen, das Himmelreich auf der Erde zu realisieren, wenn die Engel uns dahin führen, den Lobpreis im Himmel auf der Erde zu wiederholen.

„ Fürchtet euch nicht; denn ich verkünde euch eine große Freude“ (Lk. 2,10)

Die Mission der Engel ist es, die Botschaft vom Heil auf die Erde zu bringen. Das Wort   „Engel“ kommt von dem griechischen Wort „ aggelos“, welches ‚Gesandter’ bedeutet.

Die Evangelien beginnen mit der Erscheinung des Engels Gabriel an Zacharias, Maria und Joseph, die auf die Botschaft antworten, welche herausragende Rollen spielten, um den verheißenen Retter in dieser Welt zu empfangen. Die Botschafter des Himmels offenbaren den Willen Gottes, bringen Frieden und befähigen die Erwählten, ihre göttliche Mission zu erfüllen.

Joseph war durch die unglücklichen Umstände mit den Neuigkeiten über Maria verstört, dass seine Verlobte schwanger war. Er ist mit zwei Möglichkeiten konfrontiert. Die eine war, sie dem Mosaischen Gesetz zu übergeben, dann würde sie brutal getötet werden. Die andere Möglichkeit war es, sich von ihr in Stille zu trennen und das Land zu verlassen, welche ihm als eine logische und menschlichere Lösung erschien. An dieser Kreuzung kommt der Engel, um ihn in dieser scheinbar unmöglichen Situation auf den himmlischen Plan hinzuweisen. Der Engel führt Joseph dahin, die Wahrheit zu verstehen, die perfekt ist, aber über die menschliche Logik hinausgeht.

Abraham, der auf der Pilgerreise seines Glaubens auf Gottes Wort vertraut, wird oftmals von Engeln unterstützt. Als er dahin geführt wird, seinen Sohn zu opfern, greift der Engel zur rechten Zeit ein, um das Kind zu retten und Abraham zu offenbaren, dass es der Wille Gottes war, seine treue Liebe zu prüfen und nicht, sein Kind wegzunehmen.

„ Denn ein guter Engel begleitet ihn“ (Tob. 5,22)

Der Engel überbringt uns die Botschaft des Himmels, aber er bleibt auch bei uns als Wegbegleiter. Sie verkörpern die immer anwesende Gegenwart und Sorge Gottes. Das Buch Tobit eröffnet uns den treuen Dienst der Engel in den schwierigen Momenten unseres Lebens.

Tobit, der schon älter, gebrechlich und blind war, sorgte sich sehr um die Zukunft seines Sohnes Tobias. Er wünschte nicht, dass Tobias eine Frau aus dem fremden Land heiratete, in dem sie lebten. Das war der Brauch der Juden in dieser Zeit. Aber eine Frau aus seinem eigenen Stamm, dem Stamm Naphtali zu finden, würde von ihm fordern, dass er in das weit entfernte Land der Midianiter reisen musste, eine unmögliche Aufgabe für den jungen Mann. In dieser hoffnungslosen Situation flehte Tobit zu Gott. Dann segnete er seinen Sohn und sagte: „ Sein Engel möge euch begleiten“ (Tob. 5,17). Die Erzählung beschreibt, wie der Erzengel Raphael selbst mit Tobias auf diese lange Reise geht, um das Gebet der ängstlichen Eltern zu erhören.

Nachdem er seine Braut gefunden hat, ist Tobias verzweifelt, da die Frau, die ihm versprochen wurde, von einem Dämon besessen war. Raguel, der Vater  des Mädchens Sarah, in die er sich verliebt hatte, informiert ihn, dass der Dämon, der von seiner Tochter Besitz ergriffen hatte, den Mann, der sie heiratete, töten würde und bereits sieben Männer auf diese Weise gestorben waren. Jetzt sieht Tobias seine Hochzeit als eine Todesfalle. Hier macht ihm der Engel deutlich, welch lebensspendende Bedeutung die Ehe hat. In der Hilflosigkeit und Verwirrung des jungen Mannes, bringt der Engel die Erleuchtung Gottes, dass Sarah die Frau war, die Gott für ihn bestimmt hatte und er sie aus der dämonischen  Besessenheit befreien würde. „ Hab also keine Angst; das Mädchen ist schon immer für dich bestimmt gewesen. Du wirst sie aus ihrer Not befreien“ (Tob.6,18). Die himmlische Wahrheit über die Ehe und auch über jede Mission, die wir in unserem Leben empfangen, wird durch das Eingreifen der Engel offenbart. Das barmherzige Eingreifen Gottes in die Familie endet hier aber noch nicht. Der Engel vollendet seine Mission dadurch, dass er der Kanal für Gottes Heilung wird, die dem alten Tobit die Sehkraft wiedergibt. Was uns in diesem Ereignis der Heiligen  Schrift inspiriert, ist wie sich die liebende Sorge Gottes für eine arme und hilflose Familie in der Gegenwart und Aktivität des Engels widerspiegelt.

„ Und es kamen Engel und dienten ihm“ (Mt.4,11)

Der Engel ist die Berührung Gottes, der für uns sorgt und uns beschützt. Die Kirchenväter haben die Engel mit den Strahlen verglichen, die  von der Sonne ausgehen. Ein Strahl ist ein Teil der Sonne und überträgt die Wärme und das Licht der Sonne, die doch eine Zillion Meilen entfernt ist. Aber die Strahlen sind eine Einheit in sich. So kommen auch die Engel von Gott, die uns mit der kostbaren Gegenwart, Führung und dem Trost Gottes beschenken.

In den trostlosen Stunden in Gethsemanie, als Jesus den Schmerz der Verleugnung, Verfolgung und dem Tod, der ihn erwartete erleidet, findet sein Gebet zum Vater darin Erhörung, dass ein Engel Gottes ihm Trost und Stärke bringt. Als Jesus in die Welt kam, war er vollkommen bereit, den Willen des Vaters zu tun. „ Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat“ (Joh. 4,34). Jesus war sicher, dass der Weg des Kreuzes der Wille des Vaters war. Er selbst musste die Sünde der Menschheit auf sich nehmen und diesen elenden Tod sterben. Mit großer Entschlossenheit bereitete er sich auf diesen Moment vor. Und doch verfiel er in große Angst, als die Stunde des Verrates  und das Todesurteil als Krimineller herannahte. Als er in Gethsemanie stand, war in ihm beides: der unerträgliche Schmerz, der seinen Geist und seinen Körper erfasst hatte und der Entschluss in seinem Herzen, den Willen des Vaters zu vollbringen. Dieser große Konflikt in ihm führte dazu, dass er in seiner großen Hilflosigkeit auf die Erde niederfiel. Das Evangelium beschreibt, wie der Vater ihn durch die Gegenwart eines Engels tröstete. Die Engel bringen uns immer die Botschaft der Liebe Gottes, die uns in unserer Hingabe an Gott stärken. Wenn es scheint, als würden wir uns selbst aufgeben, dann erscheint Gottes Engel, um uns wieder Mut für den Sieg zu geben.

Der verzweifelte Prophet Jeremia dachte, dass alles worauf er noch hoffen konnte, der Tod war, nachdem er von der bösen Königin Isebell verfolgt wurde. Als er sich soeben niedergelegt hatte, um zu sterben, zwingt der Engel ihn, wiederholt zu essen, und gestärkt durch die Nahrung des Engels reist er noch weitere 40 Tage, bis er den Berg Horeb erreicht, wo er Gott begegnet (1 Kön. 19). Tatsächlich scheint es so, wenn wir zu sehr straucheln, dass die Engel dann kommen, um uns einen extra Teil an Zuwendung zu geben, damit wir das Ziel erreichen.

„ Mein Engel wird vor dir hergehen“ (Ex. 32,34)

Simon Petrus hatte eine sehr tiefgehende Erfahrung, als er im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses von Herodes in Ketten gelegt wurde; mit den Feinden Jesu, die ihn  töten wollten, sandte Gott einen Engel, der ihn befreite. „ Plötzlich trat ein Engel des Herrn ein und ein helles Licht strahlte in den Raum. Er stieß Petrus in die Seite, weckte ihn und sagte: Schnell, steh auf! Da fielen die Ketten von seinen Händen. Der Engel aber sagte zu ihm: Gürte dich und zieh deine Sandalen an! Er tat es. Und der Engel sagte zu ihm: Wirf deinen Mantel um und folge mir! Dann ging er hinaus und Petrus folgte ihm, ohne zu wissen, dass es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; es kam ihm vor, als habe er eine Vision. Sie gingen an der ersten und an der zweiten Wache vorbei und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führt; es öffnete sich ihnen von selbst. Sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit; und auf einmal verließ ihn der Engel“ (Apg. 12,7-11).

Eine junge Mutter, die durch eine sehr schwierige Zeit ging, erzählte mir, welchen Trost sie durch den Dienst der Engel erfuhr. Ihr Ehemann lag monatelang mit Krebs im Krankenhaus. Sie musste jeden Tag zuhause seine drei Mahlzeiten für ihn vorbereiten und sie zum Krankenhaus bringen. Sie war eine Krankenschwester und hatte täglich zu arbeiten, da es das einzige Einkommen der Familie war. Sie hatte zwei kleine Kinder, die an zwei verschiedenen Schulen unterrichtet wurden. Am Morgen mussten sie zur Schule gebracht und am Abend wieder abgeholt werden. Außerdem musste sie nachts bei ihrem Mann wachen, wenn er unter sehr starken Schmerzen litt. Alles, was sie für sich selbst tun konnte, war einige wenige Stunden zu schlafen. Als sie mir ihren Stundenplan erzählte, war dort keine Klage oder Bitterkeit, sondern nur eine große Dankbarkeit gegenüber der Vorsehung Gottes. Sie erzählte mir, dass wenn sie sehr müde war und fahren musste, es Momente gab, in denen sie eindöste, nur um zu realisieren, dass in dem Moment, wo sie die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, eine sanfte Berührung sie sicher zu führen schien. Wenn sie ins Krankenhaus zur Arbeit ging, wusste sie nicht, woher sie die Energie nehmen sollte, um aufmerksam in ihrem Dienst an den Patienten zu sein. Sie sagte mir, dass sie in solch erschöpften Momenten zum Herrn betete und dann fühlte, dass die Engel Gottes sie tragen würden, damit sie all ihre Verantwortlichkeiten erfüllen konnte. An manchen Tagen würde sie das eine Kind viel früher zur Schule bringen, als diese öffnete, und sie betete, dass die Engel des Herrn sie vor jeglichem Schaden beschützen sollen. Wenn sie nachts bei ihrem Ehemann wachte und dann einschlief, spürte sie eine sanfte himmlische Berührung, die sie ein paar Sekunden, bevor ihr Ehemann ihre Aufmerksamkeit benötigte, aufweckte. Sie konnte Gottes Liebe und seinen Schutz sehr deutlich durch die tröstende Gegenwart der Engel spüren. Der Brief an die Hebräer sagt uns: „ Sind sie nicht alle nur dienende Geister, ausgesandt, um denen zu helfen, die das Heil erben sollen?“ (Hebr. 1,14)

„ Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen des Löwen verschlossen“ (Dan. 6,22)

Den Engeln ist von Gott die wichtige Mission anvertraut worden, die Menschen im Kampf gegen das Böse zu inspirieren und zu stärken. Der Heilige Michael ist die heilige Ikone im Kampf gegen das Böse. Im Buch der Offenbarung finden wir das Bild des Satans, der auf der einen Seite gegen Gott rebelliert und dann den Heiligen Michael, der die Herausforderung annimmt, gegen diese Rebellion zu kämpfen- „ Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um  mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel“ (Offb. 12,7-8).

Der Erzengel Michael war von jeher eine große Inspiration für Jeden, der gegen die Angriffe des Bösen kämpft. Im Brief an Judas finden wir eine interessante Erklärung:       „ Als der Erzengel Michael mit dem Teufel rechnete und über den Leichnam des Mose stritt, wagte er nicht, den Teufel zu lästern und zu verurteilen, sondern sagte: Der Herr weise dich in die Schranken“ (Jud. V. 9). Dieser Vers steht in Verbindung mit einer Begebenheit der apokryphen Himmelfahrt Mose, in der es heißt, dass der Erzengel Michael beauftragt wurde, den Leib des Mose zu begraben. Doch der Teufel behauptete ein Anrecht auf den Leib zu haben. Wie auch immer- Michael argumentierte und verunglimpfte Satan nicht, sondern widersagte ihm im Namen des Herrn. Diese Einstellung des Erzengels soll uns in den Momenten, wo wir vom Bösen in Versuchung geführt werden inspirieren. Wir sollten nicht versuchen, gegen die Angebote des Bösen zu argumentieren. Wir sollen die Angebote des Bösen ablehnen und uns dem Herrn zuwenden. Diese Einstellung offenbart sich auch bei Jesus, als er in der Wüste vom Teufel in Versuchung geführt wurde. Im Moment der Versuchung ergriff Jesus die Autorität Gottes und vertrieb die Dunkelheit indem er sprach: „ Weiche von mir, Satan“ (Mt. 4,10). Diese Kraft der Kompromisslosigkeit im Kampf gegen den Bösen ist der Weg des Sieges.

„ Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen“ (Lk. 10,18)

Das Leben ist für alle ein Straucheln. Jede aufrichtige Person muss gegen die Zwänge des Bösen kämpfen. Der eine findet den Grund des Strauchelns in sich selbst oder um sich herum. Der Hl. Paulus klagt über die Zwänge des Bösen, die sich in ihm zum Krieg erhoben, während er das Gute tun wollte: „ Denn ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will. Wenn ich jetzt also tue, was ich nicht will, dann bin nicht ich es, sondern die mir innewohnende Sünde...Ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das mit dem Gesetz meines Geistes im Streit liegt und mich dem Gesetz der Sünde unterwirft, das in meinen Gliedern wohnt“ (Röm. 7, 19-23). Ein Jeder kämpft mit dieser Zwiespältigkeit, die er in sich findet. Aber dieses Straucheln ist nicht nur wegen den Mächten der Sünde in mir selbst, sondern auch wegen den ungerechten sozialen und politischen Strukturen und den „unheiligen“ Modeerscheinungen in der Kultur und der Widersprüchlichkeit der Menschen um uns.

Die Kraft des Bösen, die in der Menschheit weit verbreitet ist, wird mit dem Namen „Teufel“ bezeichnet, was im Original- Griechisch ( Diabellein) „ Zerstörung verursachen/ Belügen/ Verleumden“ etc. bedeutet. Die Bibel bezeichnet es als den „ Herrscher der Welt“ (Joh. 12,31/ 14,30/ 16,11) und auch als den „Gott dieser Weltzeit“ (2 Kor.4,4). Wir finden auch noch viele weitere Bezeichnungen- Beelzebul, Unreiner Geist, Versucher, Der Böse und sogar ‚Antichrist’ (1 Joh. 4,3).Im Buch Genesis lesen wir, wie erfolgreich der Satan war, dem Mann eine Einstellung der Rebellion gegen Gott vorzugaukeln, der ihn zur Sünde führte (Gen. 3,5). Wiederum versuchte der Satan dem Hiob Rebellion einzuflüstern, und zwar in den Momenten, wo er sehr litt (Hiob 1,11/ 2,5-7). Die Rebellion gegen Gott und die Zerstörung der Menschheit – das ist es, womit der Satan immer beschäftigt ist. Wie es uns die Warnung des Petrus mitteilt: „ Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann“( 1 Petr. 5,8). Jesus nennt ihn den kosmischen „ Lügner und Vater der Lüge“ (Joh. 8,44), der danach sucht, den Menschen seine radikale und unerbittliche Ablehnung Gottes ins Herz zu legen.

Eine Tatsache ist, dass der Teufel nur fähig ist, die freie Entscheidung des Menschen gegen Gott zu beeinflussen, wenn der Mensch ihm Raum gibt. Satan ist ein besiegter Feind. Er wurde von den Engeln besiegt, die Gott gehörten und wurde in den Abgrund der ewigen Hölle hinabgestürzt. Das vierte Konzil im Lateran lehrt, dass der Teufel und andere Dämonen „ von Gott gut geschaffen worden sind, jedoch durch ihren eigenen Willen böse geworden sind“. In der Prüfung ihrer Freiheit haben sie gegen Gott rebelliert. Diese Lehre der Kirche beruht auf dem Wort Gottes: „ Die Engel, die ihren hohen Wohnsitz verlassen haben, hat er mit ewigen Fesseln in der Finsternis eingeschlossen, um sie am großen Tag zu richten“ (Jud. 6). Gleicherweise spricht auch der Hl. Petrus von den Engeln, die gegen Gott gesündigt haben: „ Gott hat auch die Engel, die gesündigt haben, nicht verschont, sondern sie in die finsteren Höhlen der Unterwelt verstoßen und hält sie dort eingeschlossen bis zum Gericht“ (2 Petr. 2,4). Die rebellische Wahl gegen Gott hält die Gefallenen Engel in ewigen Ketten. Die Niederlage Satans wurde durch die Erlösung Jesu vollendet. „ Der Sohn Gottes aber ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören“ (1 Joh. 3,8). Alle, die an Jesus glauben, sind eingeladen, ein Leben im Sieg zu leben, den er für uns errungen hat.  Wo ist unsere Zuversicht auf dem Kampfplatz des Lebens? Die Bibel lehrt uns, dass Gott seine eigenen Engel, welche die Dämonen besiegt haben, eingesetzt hat, um uns im Leben im Kampf gegen das Böse beizustehen.

„ Alle Engel sollen sich vor ihm niederwerfen“ (Hebr. 1,6)

Das Bucht Tobit spricht von den sieben Engeln der Gegenwart, die auch die Erzengel genannt werden: „ Die das Gebet der Heiligen emportragen und mit ihm vor die Majestät des heiligen Gottes treten“ (Tob. 12,15). Die Engel spiegeln mehr als jedes andere Geschöpf die Majestät und Heiligkeit Gottes wider. In Ihnen sehen wir, wie sich die göttliche Kraft, Schönheit und Erhabenheit herrlich widerspiegeln. Sie sind immerwährend in der Gegenwart Gottes, wie Jesus sagte: „ Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters“ (Mt. 18,10). In der Herrlichkeit der glückseligen Vision des Schöpfers bringen diese reinen Geistwesen unaufhörlich ihren Lobpreis dar. Dieses ist die himmlische Liturgie.

In der Epistel des vierten eucharistischen Hochgebetes lesen wir: „ Unzählbare Scharen der Engel stehen vor dir, um deinen Willen zu tun. Sie schauen auf deine Pracht und preisen dich bei Tag und bei Nacht. Vereint mit ihnen und jedem Geschöpf unter dem Himmel preisen auch wir deine Herrlichkeit“. Tatsächlich ist dieses unser Privileg- in jedem Moment unseres Lebens mit den Engeln Gottes vereint zu sein, Gott preisen und zu danken. Die Katholische Kirche lehrt, dass die liturgischen Feiern eine Teilnahme an der himmlischen Liturgie des Lobpreises der Engel im Himmel sind. Bei den liturgischen Feiern ist jeder Gläubige mit der ganzen christlichen Gemeinschaft, die Gott lobt und preist, vereint, um die mächtige Gegenwart Gottes zu erfahren. Es ist diese Erfahrung der Liturgie, die uns befähigt, mit der Erfahrung der Gegenwart Gottes in unserem persönlichen Gebet fortzufahren.

Dieses ist tatsächlich die Stärke des Gläubigen auf dieser Erde. Wenn wir in jedem Moment unseres Lebens mit Gott vereint sind, dann werden wir kühn sein, in den Kämpfen unseres Lebens für Gott aufzustehen. Der Fehler in unserem Leben wäre die Unfähigkeit, Gottes Gegenwart und Kraft zu spüren. Die Abwesenheit Gottes wird Furcht und Einsamkeit, Traurigkeit und Verzweiflung bringen. Gott war immer anwesend und hat uns seine Gegenwart in jedem Moment unseres Lebens angeboten. Denn wir lesen in der Bibel Gottes Verheißung, die sich wiederholt: „ Ich bin bei dir“. Diese Verheißung erreicht ihren Höhepunkt in der ausdrücklichen Versicherung Jesu: „ Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt. 28,20). Die tiefe Erfahrung der Gegenwart Gottes mit uns, ist die Quelle des Mutes und der Stärke, die alle Furcht vertreibt. „ Fürchte dich nicht“ (Jes. 43,1), ist ein Satz in der Bibel, der 365 Mal vorkommt. Gott wiederholt dieses so oft, um uns zu versichern, dass die Kraft des Bösen- egal wie zerstörerisch sie ist- nicht den endgültigen Sieg erringen wird. Wenn wir unseren Glauben an die Engel bekennen, erhalten wir tief in unseren Herzen eine Gewissheit der Gegenwart Gottes, die uns in all dem Straucheln in dieser Welt stärkt. „ Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Ps.91,11).

Engel werden uns über den Weg gesandt, damit sie sich um uns sorgen, so wie wir das tun sollen für diejenigen, die uns über den Weg gesandt sind. „ Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden“ (2 Kor. 1,3-4). Jesaja schaute die Engel Gottes, die unaufhörlich von der Herrlichkeit Gottes künden und antwortete damit, zu gehen, um diese Herrlichkeit all denjenigen zu verkünden, zu denen er gesandt würde.

Die Bibel offenbart uns die Barmherzigkeit und das Mitleid Gottes, welches den Kindern Gottes durch den Dienst der Engel zuteil wird. Ihre immerwährende Gegenwart vor dem Throne Gottes lässt sie an der Heiligkeit und Majestät Gottes teilhaben. Die gleiche Gnade ist auch uns angeboten, wenn wir geleitet durch die Engel in seiner Gegenwart verbleiben. An Engel zu glauben bedeutet auch, dass wir ihre Mission unserem Nächsten gegenüber erfüllen sollen, indem wir ihnen die Frohe Botschaft von Gottes Liebe und Ermutigung besonders in den schwierigen Momenten des Lebens verkünden.

Gebet

O Gott des Himmels und der Erde, die Scharen der Engel beten dich in deiner Gegenwart an. Du sendest sie mit deiner liebenden, tröstenden und leitenden Botschaft zu deinen Kindern auf die Erde, damit sie in den schwierigen Momenten an dir festhalten. Wenn wir von den dunklen Schatten des Lebens überwältigt sind, dann sende deine Engel, die uns mit deinem Wort erleuchten und uns mit Ermutigung stärken. Wenn wir den Weg nicht erkennen und unsere Schmerzen nicht verstehen, dann lass deinen Engel an unserer Seite sein, um deine Pläne zu offenbaren und uns die Vision deiner Herrlichkeit zu schenken, die uns erwartet. Mögen wir doch der Widerhall der himmlischen Chöre der Engel auf dieser Erde sein, während wir unseren Blick auf deine Engel richten.

Amen

 

 
Divine Updates

MAGNIFICAT in Chennai

Divine comes to Chennai with the 'Magnificat', on June 23, 2018. Fr. John Prince VC will lead the services. With special sessions for children.

Venue: Stella Maris College, Cathedral Road

Retreats at the Divine Retreat Centre, Somersby, Sydney

Divine Retreat Centre, Somersby to hold retreats throughout 2017. For bookings, email Fr Roni George, Director - drcsydney@gmail.com. Hurry, as admission is limited.

Date: January 2018 - December, 2018

Retreats in Divine Retreat Centre, UK

Divine Retreat Centre, Ramsgate UK, has announced several English and Malayalam language retreats to be led by Fr. George Panackal VC and Fr. Joseph Edattu VC. All are welcome.

Dates: Jan - Dec, 2018

POWER 2018 at Divine Retreat Centre

DRC is back with the highlight of the year: the 13th International Youth Conference - POWER 2018. The very best international preachers and gospel bands will be here to lead us into worship. Be there to experience a totally different atmosphere of prayer. A Couples' Retreat and a Kids' Retreat will be held simultaneously. Don't miss it.

Date: July 22 - July 27, 2018

Divine Retreat Schedules

ENGLISH RETREATS

English retreats are held every week from Sunday to Friday. Special retreats are conducted for priests, religious and laity as well. Come and experience the Lord and grow in Him.

MALAYALAM RETREATS

Inner healing retreats, growth retreats, couples' retreats and youth retreats in Malayalam, are led by Fr. Mathew Elavumkal, Fr. Mathew Naickomparambil and Fr. Binoy Chackanikunnel.

OTHER LANGUAGES

Retreats in Konkani, Kannada, Tamil, Hindi and Telugu

Every week, retreats are held in five different regional languages of India, apart from in the local language - Malayalam. The retreats are led by Vincentian priests and supported by powerfully anointed laity of God.

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